Geographical Divergence

 von Michael Benda Wir machen uns das Leben nicht umbedingt gerne leicht. Unser zentrales Team besteht aus 7 Personen und dem ausgelagerten dreiköpfigen Sound-Team. Mit so wenig Personal ist es schon mal nicht leicht ein marktreifes Produkt herzustellen. Hinzu kommt, das wir alle zwischen Studium und Berufswelt stehen und entweder an den letzten finanziellen Reserven einstiger Jobs zehren, oder bereits arbeiten müssen um unsere Klospülung am laufen zu halten. Wenig…

von Michael Benda

Wir machen uns das Leben nicht umbedingt gerne leicht. Unser zentrales Team besteht aus 7 Personen und dem ausgelagerten dreiköpfigen Sound-Team. Mit so wenig Personal ist es schon mal nicht leicht ein marktreifes Produkt herzustellen. Hinzu kommt, das wir alle zwischen Studium und Berufswelt stehen und entweder an den letzten finanziellen Reserven einstiger Jobs zehren, oder bereits arbeiten müssen um unsere Klospülung am laufen zu halten.

Wenig Team, wenig Zeit und ein riesen Vorhaben am laufen – tatsächlich klingt das nach jedem beliebigen Projekt, das in der wirtschaftlichen Realität überleben will. Wenn da nicht noch eine Kleinigkeit wäre: Ich nenne sie liebevoll die „geografische Divergenz“. Die Zeiten, zu denen wir in Wien zusammen saßen und gemeinsam am nächsten Release gearbeitet haben, sind vorbei. Als ob eine Bowlingkugel durch unsere Reihen gefähren wäre, zerstreuten sich die Teammitglieder hunderte Kilometer weit. Graz (199km von Wien), Hagenberg (180km v.W.), Berlin (681km v.W.) und Leipzig (585km v.W.) sind nun unsere zusätzlichen Standorte. Eine freude für jedes Projektmanagement. Tägliche Meetings, dynamischer Meinungsaustausch und nicht zuletzt das gemeinsame Feiern von bestandenen Milestones – all das fällt aus und erschwert die Teamarbeit immens. Eine Lösung muss her!

Communication
Momentan sind wir im Prozess viel der Dynamik zurückzugewinnen. Statt Bürozeiten werden Onlinezeiten eingeführt. Zu individuell fixen Zeiten steht jeder online zur Verfügung und es findet rege Interaktion per Chat und/oder Onlinetelefonat statt. Des weiteren holen wir uns Inspiration aus dem agilen Projektmanagement: Wöchentlich finden mehrere verfplichtende halbstündige Meetings statt, die – an daily scrums angelehnt – dazu dienen, alle Teammitglieder auf den aktuellsten Stand zu bringen und ihnen hilft, ihre eigenen Aufgaben zu formulieren und zu präsentieren. Für längerfristige Diskussionen stellen wir den Mitarbeitern unser Forum indieans.at zur Verfügung. In einem internen Teil des Forums können Meldungen gepostet, Diskussionen geführt und Umfragen gestartet werden. All diese Wege haben sich nach einer Testphase bewährt und stellen nun einen integralen Teil unserer Kommunikation dar. Und um den gemeinsamen Feierabend zu verfeinern, starten wir manchmal auch die ein oder andere Runde eines Multiplayerspiels.

Auch wenn eine tatsächlich physische Büroatmosphäre ideal wäre, um als kleines Startup Erfolge zu verzeichnen, kommen wir nun trotz großer Entfernungen unserem Ziel immer näher.