Money: The Stuff that Dreams are made of

 von Tiare Feuchtner So ganz ohne Publisher und Sponsor ist inzwischen klar geworden, dass die Veröffentlichung von Schein auf eine andere Weise finanziert werden muss. Wir haben schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt Crowdfunding zu machen, und haben uns nun entschlossen dem Trend zu folgen. Für alle die es nicht wissen: Crowdfunding ist ein neuartiges Finanzierungsmodell, bei dem viele Einzelpersonen kleine Beträge beisteuern, um große – und zum Teil…

von Tiare Feuchtner

So ganz ohne Publisher und Sponsor ist inzwischen klar geworden, dass die Veröffentlichung von Schein auf eine andere Weise finanziert werden muss. Wir haben schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt Crowdfunding zu machen, und haben uns nun entschlossen dem Trend zu folgen. Für alle die es nicht wissen: Crowdfunding ist ein neuartiges Finanzierungsmodell, bei dem viele Einzelpersonen kleine Beträge beisteuern, um große – und zum Teil sehr teure – Träume zu verwirklichen (eine technischere Definition davon findet sich auf Wikipedia). Es ist wirklich unglaublich wie viele geniale Projekte bereits auf diese Weise realisiert worden sind, und es ist so eine tolle Gelegenheit – wir können es einfach nicht unversucht lassen!

Also habe ich mich in die Arbeit gestürtzt um das alles geschehen zu lassen. Obwohl der Trend des Crowdfunding noch relativ jung ist, gibt es schon unzählige Plattformen und ihre Zahl scheint unaufhörlich zu steigen. In den letzten Wochen – oder sogar Monaten – war es deshalb meine Aufgabe, die Finanzierungsplattform zu finden, die zu uns passt. Dafür habe ich dutzende Seiten durchforstet, endlose Polizzen und Nutzungsbedingungen gelesen und einige Test-Accounts gemacht. Diese Test-Accounts waren eher verzweifelte Maßnahmen, wenn die Info-Seite der Plattform, die FAQ und die Polizzen einfach nicht genügend Informationen über ihre Leistungen preisgaben.

Der wichtigste Aspekt war für uns, dass wir mit unserer Kampagne die ganze Welt erreichen, also brauchten wir eine internationale Plattform. Zweitens, da wir in Österreich und Deutschland positioniert sind, musste die Plattform es ermöglichen als EU-Bürger Kampagnen zu starten. Ein dritter Faktor waren natürlich die anfallenden Kosten – die Gebühren, welche verlangt werden, können recht stark variieren und natürlich fällt durch Steuern auch schon ein gewaltiger Teil weg. Nachdem ich einige Plattformen bezüglich dieser Aspekte verglichen habe, möchte ich hier über die wichtigsten Details berichten.

Crowdfunding

Kickstarter ist die bekannteste und meistbesuchte Crowdfunding-Plattform und fördert alle möglichen kreativen Projekte. Hier gilt das alles-oder-nichts Prinzip, was bedeutet, dass wenn das Finanzierungsziel nicht erreicht wird, alle ihr Geld zurückerstattet bekommen und man selbst wieder mit nichts da steht – so als wäre nichts gewesen. Das Erstellen einer Kampagne ist gratis, aber es wird eine Kommision von 5% des erzielten Kapitals verlangt. Die Einzahlungen werden via Amazon gemacht, welches noch weitere 3-5% an Bearbeitungsgebühren einkassiert. Die Dauer einer solchen Kampagne kann zwischen 1 und 60 Tagen liegen.
Die wahnsinns Reichweite von Kickstarter ist eigentlich bereits Grund genug, es für unsere Kampagne zur ersten Wahl zu machen. Es gibt allerdings einen großen Nachteil: Die Amerikanischen Plattform ist praktisch nur für Amerikaner. ..naja, nicht ganz. Sie haben sich gerade kürzlich auch für Großbritannien geöffnet. Man muss also entweder Bürger der USA oder Großbritannien sein und dort einen Wohnsitz und ein Bankkonto haben, um eine Kampagne auf Kickstarter zu starten. Warum sie so lange brauchen um sich auch der restlichen Welt zu öffnen ist mir wahrlich ein Rätsel, aber es muss jedenfalls irrsinnig kompliziert sein. Wie dem auch sei, das schließt Kickstarter für Schein also leider aus (außer wir finden noch schnell einen vertrauenswürdigen Engländer oder Amerikaner, der unser Spiel repräsentieren würde).

Die zweite Plattform, welche wir in Erwägung ziehen ist das deutsche Startnext. Unsere erste Begegnung damit war bei einem Subotron-Event, wo einige Leute von Startnext und ein paar erfolgreiche österreichische Spielentwickler (wie zum Beispiel Cliffhanger und Cyber Arena) über Crowdfunding berichteten. Sie wirkten sehr sympathisch und ihre Plattform hat einen guten Eindruck auf uns gemacht.
Startnext ist recht neu und zielt hauptsächlich auf den deutschsprachigen Raum ab, weswegen es leider eine wesentlich kleinere Reichweite hat. Allerdings imponieren sie damit, dass sie absolut keine Komission verlagen. Somit sind die einzigen anfallenden Kosten die 1,9-4% Überweisungsgebühren von Paypal. Und das Allerbeste ist, dass wenn man sein Finanzierungsziel nicht erreicht und alle Förderer ihr Geld zurück bekommen, auch die Überweisungsgebühren von Startnext übernommen werden. Außerdem erlauben sie einem, das eigene Projekt selbst mit zu finanzieren und auch Beträge im Namen Anderer beizusteuern. Stellt euch nämlich mal vor wie frustrierend es wäre, wenn die liebe Oma einem €50.- in die Hand drückt, um dieses verrückte Vorhaben der jungen Leute zu unterstützen, und es dann keinen Weg gibt das in die Kampagne einfließen zu lassen, ohne dass sie sich extra eine Kreditkarte zulegen muss (auch wenn es in den USA mehr als normal ist gleich 2 oder 3 Kreditkarten zu haben, besitzen sehr viele Leute in Österreich und Deutschland noch nicht mal eine)!
Auf den meisten Plattformen erstellt man sich eine Seite, wird freigeschalten und kann mit dem „Geldsammeln“ beginnen. Bei Startnext läuft das ein bisschen anders ab. Sie teilen die Kampagne in 2 Phasen ein: die Vorbereitungsphase und die Finanzierungsphase. In der Finanzierungsphase, welche wiederum zwischen 1 und 60 Tage lang sein kann, dürfen Förderer das Projekt unterstützen. Davor müssen allerdings in der Vorbereitungsphase, welche 30 Tage dauert, erst mal genügend Likes gesammelt werden. Das ist eine tolle Gelegenheit um herauszufinden wie das Projekt beim Publikum wirklich ankommt und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man das Finanzierungsziel schließlich auch erreicht. Allerdings können leider nur registrierte Nutzer Likes vergeben – denkt nochmal an die liebe Oma, die sich dafür extra im Portal registrieren muss. Und damit geht auch leider ein ganzer Monat verloren, wo doch Zeit heutzutage so knapp und teuer ist.

Die zweit-populärste Plattform weltweit ist Indiegogo, und mit “Indie” im Namen scheint sie ja nahezu perfekt zu sein für ein Indiegame wie Schein. Diese Plattform kommt ebenfalls aus den USA, aber im Gegensatz zu Kickstarter ist sie international und ermöglicht es kreativen Köpfen auf der ganzen Welt Kampagnen zu erstellen. Ebenso wie bei den vorigen beiden, darf die Kampagne hier wieder 60 Tage dauern, jedoch gibt es hierbei 2 verschiedene Modalitäten: Fixed Funding und Flexible Funding. Fixed Funding ist das alles-oder-nichts Prinzip, das wir bereits kennen, und Flexible Funding ist ein Modell, bei dem man alles das man bekommen hat auch behalten darf – egal ob man das eigentliche Finanzierungsziel jemals überhaupt erreicht. Wir finden aber Fixed Funding fairer – wäre es nicht mies ein Projekt zu unterstützen, das dann wegen Finanzierungsmangel gar nie realisiert wird? Du hättest darin investiert und nichts dabei herausbekommen. Bei diesem Modell wird eine Gebühr von 4% der Gesamtsumme eingehoben und wiederum kommen da noch Paypal Gebühren dazu. Hier kann man ebenso Zahlungen im Namen anderer machen, also kann auch Omas Unterstützung gut gebraucht werden.

Wir müssen jetzt eigentlich nur noch die Profilseite für unsere Kampagne erstellen, und dann könnt ihr loslegen! Die finale Entscheidung auf welcher Plattform wir unsere Schlacht schlagen wollen, ist allerdings noch nicht gefallen. Dies muss jedenfalls nun sehr bald geschehen.
Viele von euch haben bereits mit wertvollem Feedback zu unserem Spiel beigetragen, und wir sind zuversichtlich, dass wir auch die Finanzierungs-Hürde gemeinsam überwinden können. Also bleibt dran und veröffentlicht Schein mit uns!